Kosten

Was Harzdruck wirklich kostet: die vergessenen Posten

Harz ist nur ein Posten von vielen. Isopropanol, FEP-Folie, LCD-Display und Nacharbeit gehören in die Rechnung — und verschieben sie erheblich.

Was Harzdruck wirklich kostet: die vergessenen Posten

Wer vom Filament kommt, kalkuliert Harz meist genauso: Literpreis nehmen, durch das Bauteilvolumen teilen, fertig. Das Ergebnis liegt deutlich unter der Wirklichkeit, denn der Harzdruck bringt eine Reihe von Kosten mit, die es beim FDM schlicht nicht gibt.

Was in die Rechnung gehört

  • Harz — der einzige Posten, an den alle denken.
  • Isopropanol — verbraucht sich schnell, und verschmutztes Isopropanol muss ersetzt werden.
  • FEP-Folie — die durchsichtige Folie am Wannenboden, durch die das UV-Licht fällt. Sie zerkratzt und trübt ein; je nach Bauteilgröße und Sorgfalt hält sie 20 bis 60 Drucke.
  • LCD-Display — seine Lebensdauer bemisst sich in Belichtungsstunden. Das teuerste Verbrauchsteil und zugleich das am häufigsten vergessene.
  • Einwegmaterial — Handschuhe, Papiertücher, Filter, Spachtel.
  • Strom — geringer als beim FDM, da weder Hotend noch Heizbett laufen, aber nicht null.
  • Fehldrucke — beim Harz teurer: Ein verlorenes Teil nimmt das Isopropanol, die Waschzeit und mitunter die FEP-Folie mit.
  • Ihre Arbeitszeit — Waschen, Aushärten, Stützen entfernen, Schleifen. Beim Harz ist die Nachbearbeitung nicht optional.

Die FEP-Folie pro Druck

Die Rechnung ist einfach: Preis der Folie geteilt durch die Zahl der Drucke, die sie übersteht. Bei 20 bis 60 Drucken je Folie — etwa einem Satz ELEGOO PFA-Folien — ergibt das einen Betrag, der pro Teil vernachlässigbar wirkt, bis Sie ihn mit hundert Teilen im Monat multiplizieren und feststellen, dass er die nächste Folie bereits bezahlt hat.

Große Teile, die fast die gesamte Wanne bedecken, verschleißen die Folie deutlich schneller als mehrere kleine.

Das LCD ist der stille Kostenfaktor

Anders als die FEP-Folie meldet sich das Display nie. Es verliert seine Gleichmäßigkeit allmählich, und auffallen wird es erst, wenn Teile in einer Ecke der Platte zu misslingen beginnen. Deshalb gehört es in die Abschreibung pro Betriebsstunde und nicht in die Kosten pro Teil.

Waschen und Aushärten gehören zur Rechnung

Beim Harz endet der Druck nicht, wenn die Platte hochfährt. Waschen in Isopropanol und Aushärten unter UV-Licht sind Pflicht, nicht Kür — eine Station wie die ELEGOO Mercury Plus ersetzt dabei keine Kosten, sie macht nur Ihre Zeit planbar. Und Zeit ist der Posten, den Einsteiger am zuverlässigsten vergessen.

Harz oder Filament: was lohnt sich mehr?

Pro Teil ist Filament günstiger: Das Material reicht weiter und es fällt kein zusätzliches Verbrauchsmaterial an. Harz erreicht jedoch einen Detailgrad, der dem FDM verschlossen bleibt — und genau dort sitzt die Marge. Miniaturen, Schmuck und passgenaue Prototypen erzielen ein Vielfaches ihrer Kosten, eben weil FDM sie nicht herstellen kann.

Filament gewinnt über die Menge, Harz über den Wert.

So sparen Sie tatsächlich

  • Modell aushöhlen vor dem Slicen, mit Abflusslöchern. Die einfachste Ersparnis überhaupt.
  • Platte füllen. Die Druckzeit beim Harz hängt an der Höhe, nicht an der Stückzahl — eine Miniatur oder acht auf gleicher Höhe brauchen dieselbe Zeit.
  • Harz filtern beim Zurückgießen. Ausgehärtete Reste durchstoßen die FEP-Folie und verursachen Fehldrucke.
  • Isopropanol zweistufig nutzen: erste Wäsche mit gebrauchtem, letzte mit sauberem.
Rechnen Sie mit Ihren eigenen Preisen: Harz-Rechner. Er berücksichtigt Harz, Isopropanol, FEP-Folie, Strom, Abschreibung, Fehlerquote und Arbeitszeit und erzeugt ein PDF-Angebot.

Die allgemeine Kostenrechnung für FDM und Harz finden Sie in Was kostet 3D-Druck. Harzdrucker im Vergleich zeigt die Druckerdatenbank.

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