Kosten

3D-Druck Kosten pro Stunde: die echte Rechnung

Eine Stunde auf einem FDM-Drucker kostet 0,14 €: Abschreibung, Strom und Fehldruck-Rücklage. Die vollständige Rechnung — und warum Stundensätze scheitern.

Kurze Antwort: Eine Stunde auf einem Einsteiger-FDM-Drucker kostet etwa 0,12 € — rund 0,08 € Abschreibung, 0,03 € Strom und eine Rücklage für Fehldrucke. Das ist nur die Maschine: Material und Ihre eigene Arbeitszeit kommen obendrauf. Bei einem Drucker für 1.500 € steigt dieselbe Stunde auf etwa 0,44 €. Unten steht die vollständige Rechnung — und warum Abrechnung pro Stunde beim Verkauf meist der falsche Weg ist.

Woraus sich die Maschinenstunde zusammensetzt

Viele rechnen nur den Strom und schließen daraus, der Drucker verbrauche "fast nichts". Strom ist der kleinste Posten. Die ehrliche Rechnung hat vier Teile:

PostenBerechnungDrucker für 330 €
AbschreibungPreis ÷ Lebensdauer in Stunden330 € ÷ 4.000 h = 0,08 €/h
StromLeistung (kW) × Strompreis0,150 kW × 0,35 €/kWh = 0,05 €/h
Zwischensumme0,13 €/h
Rücklage Fehldruck8% der Zwischensumme0,01 €/h
Stundenkosten0,14 €/h

Abschreibung ist der größte und meistvergessene Posten

Ein Drucker hält nicht ewig. Riemen längen sich, Lager bekommen Spiel, die Druckplatte verliert Haftung, der Extruder verschleißt. Viertausend Stunden sind eine konservative Lebensdauer für eine gut gepflegte Einsteigermaschine — etwa drei Jahre bei vier Stunden Druck pro Tag.

Den Preis durch diese Lebensdauer zu teilen ergibt, wie viel jede Stunde von der Maschine "aufbraucht". Wer das ignoriert, merkt es zu spät: Der Drucker gibt auf, und es wurde nichts für den Ersatz zurückgelegt.

Strom kostet weniger als gedacht

Ein Einsteiger-FDM zieht im Mittel rund 150 W. Nicht die 350 W vom Typenschild: Das beheizte Bett schaltet im Takt, und sobald alles auf Temperatur ist, sinkt der Verbrauch deutlich. Bei 0,35 €/kWh sind das fünf Cent pro Stunde.

Ein Druck über 10 Stunden verbraucht Strom für etwa 0,50 €.

Wie stark die Maschine das verändert

Die Abschreibung ist proportional zum Preis. Die Stunde einer teuren Maschine ist also deutlich teurer — auch wenn der Stromverbrauch ähnlich ist.

MaschinePreisAbschreibung/hStrom/hStundenkosten
Creality Ender 3 V3330 €0,08 €0,05 €0,14 €
Bambu Lab A1 Mini410 €0,10 €0,05 €0,16 €
Creality K1C (geschlossen)720 €0,18 €0,07 €0,27 €
Bambu Lab A1 + AMS870 €0,22 €0,05 €0,29 €
Bambu Lab P1S + AMS1.480 €0,37 €0,07 €0,48 €

Die Maschine für 1.480 € hat eine fast viermal teurere Stunde als die für 330 €. Sie rechnet sich nur, wenn deutlich mehr gedruckt wird — oder Teile, die die günstige nicht schafft: ABS, Mehrfarbdruck, größeres Bauvolumen.

Harz hat Stundenkosten, die FDM nicht kennt

Beim Harzdruck kommt ein Posten dazu, den viele erst mit der Rechnung entdecken: das LCD ist ein Verschleißteil.

Das Display hält zwischen 1.500 und 2.500 Belichtungsstunden und kostet 50 bis 100 € im Austausch. Allein das ergibt etwa 0,03 € pro Stunde — mehr als der gesamte Strom.

Rechnet man die FEP-Folie der Wanne dazu (7 bis 20 €, Wechsel alle 20 bis 40 Drucke) und das Isopropanol zum Waschen, liegt die Stunde eines Harzdruckers für 390 € bei knapp 0,18 €, statt 0,13 € bei einer Rechnung aus Preis und Strom allein.

Warum Abrechnung pro Stunde meist schiefgeht

Das ist der Teil, der beim Verkauf zählt — und wo fast alle danebenliegen.

Die Maschinenstunde ist Kosten, nicht Preis. Das sind zwei verschiedene Dinge, und Stundenabrechnung schafft drei Probleme:

  • Sie bestraft Effizienz. Wer gut kalibriert und das Teil in 3 statt 5 Stunden fertig hat, berechnet weniger — für die bessere Arbeit.
  • Sie ignoriert das Material. Ein hohles Teil mit 20 g und ein massives mit 300 g können gleich lange dauern. Das Material kostet im einen Fall das Fünfzehnfache.
  • Sie lässt Ihre Arbeit außen vor. Modellieren, Slicen, Stützen entfernen und Schleifen passieren nicht, während die Maschine läuft — sind aber Ihre Stunden.

Was funktioniert, ist Kalkulation pro Teil: Material + Maschinenstunden der tatsächlichen Druckzeit + Ihre Vorbereitungs- und Nacharbeitszeit, darauf der Aufschlag. Die Faustregel der Maker-Szene: Gesamtkosten × 1,5 bis 2,0.

Der FDM-Kostenrechner macht genau diese Rechnung mit Ihren Zahlen — Ihrem Filamentpreis, Ihrem Strompreis, Ihrer Maschine — und erzeugt ein PDF-Angebot für den Kunden. Für Harz gibt es den Harz-Kostenrechner.

Wann die Stunde die richtige Einheit ist

Es gibt einen Fall, in dem sie passt: wenn Sie Kapazität vermieten. Druckservice auf Abruf, ein Büro, das die fertige Datei des Kunden bekommt, oder eine Partnerschaft, bei der die Gegenseite das Material stellt. Dann ist die Maschine das Produkt, und die Stunde die natürliche Einheit.

Die Rechnung lautet dann: Stundenkosten × Faktor. Bei 0,14 € und einem Faktor von 5 bis 8 (für Leerlauf, Betreuung und das Risiko eines Ausfalls) landet man bei etwa 0,70 € bis 1,10 € pro Stunde für einfaches FDM.

Drei Fehler, die die Rechnung verzerren

  • Die Leistung vom Typenschild nehmen. Das Schild nennt die Spitze, nicht den Mittelwert. Eine 350-W-Maschine zieht real um 150 W. Mit der Schildzahl verdoppeln sich die Stromkosten im Angebot.
  • Den Leerlauf vergessen. Läuft der Drucker 4 Stunden am Tag und steht 20, sind die realen Kosten je Nutzstunde höher als die einfache Rechnung nahelegt. Lebensdauer in Stunden kennt keinen Kalender; Ihr Betrieb schon.
  • Keine Rücklage für Fehldrucke. Das Teil, das sich in Schicht 200 löst, hat Material, Strom und Zeit mitgenommen. Acht Prozent auf die Zwischensumme sind das vernünftige Minimum.

Häufige Fragen

Was kostet eine Stunde 3D-Druck?

Etwa 0,14 € auf einem Einsteiger-FDM: 0,08 € Abschreibung (330 € auf 4.000 Stunden Lebensdauer), 0,05 € Strom (150 W bei 0,35 €/kWh) und 8% Rücklage für Fehldrucke. Bei einer Maschine für 1.480 € kostet dieselbe Stunde 0,48 €, weil die Abschreibung mit dem Preis steigt.

Wie viel Strom verbraucht ein 3D-Drucker pro Stunde?

Ein Einsteiger-FDM zieht im Mittel rund 150 W — nicht die 350 W vom Typenschild, das ist der Spitzenwert. Bei 0,35 €/kWh sind das fünf Cent pro Stunde, also etwa 0,50 € für einen Druck über 10 Stunden. Strom ist der kleinste Kostenanteil; die Abschreibung ist rund doppelt so hoch.

Soll ich 3D-Druck pro Stunde abrechnen?

Meist nicht. Stundenabrechnung bestraft Effizienz (gute Kalibrierung senkt Zeit und Honorar), ignoriert das Material (ein hohles Teil mit 20 g und ein massives mit 300 g können gleich lange dauern) und lässt Modellieren und Nacharbeit außen vor. Besser pro Teil kalkulieren: Material + Maschinenstunden + Ihre Zeit, mal 1,5 bis 2,0.

Warum kostet ein Harzdrucker mehr pro Stunde?

Weil das LCD ein Verschleißteil ist: Es hält 1.500 bis 2.500 Belichtungsstunden und kostet 50 bis 100 € im Austausch, was etwa 0,03 € pro Stunde ergibt — mehr als der gesamte Strom. Mit FEP-Folie und Isopropanol liegt die Stunde eines Harzdruckers für 390 € bei knapp 0,18 €.

Wie lange hält ein 3D-Drucker in Stunden?

Viertausend Stunden sind eine konservative Schätzung für eine gut gepflegte Einsteigermaschine — etwa drei Jahre bei vier Stunden Druck pro Tag. Riemen, Lager, Druckplatte und Extruder verschleißen. Mit dieser Zahl in der Abschreibung bleibt Geld für den Ersatz zurückgelegt.

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